Alexander Malofeev
© Xenie Zasetskaya
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Prinzregententheater

Alexander Malofeev

Klavierabend

  • L. Couperin: „Prélude non mesuré“ g-moll
  • Prokofjew: Prélude C-Dur op. 12/7 aus „Zehn Klavierstücke“
  • Tschaikowsky: „Echo rustique“ op. 72/13 aus „18 Morceaux“
  • Prokofjew: „Promenade“ op. 65/2
  • L. Couperin: „La Piémentoise“
  • Prokofjew: Allemande op. 12/8 aus „Zehn Klavierstücke op. 12“
  • F. Couperin: „La Tic-Toc-Choc ou les Maillotins“ und „Le Rossignol en amour“ aus „Pièces de Clavecin Troisième Livre“
  • Tschaikowsky: „Rêverie du soir“ op. 19/1 aus „Six morceaux“
  • L. Couperin: „Canaries“ d-moll
  • Prokofjew: Capriccio op. 97/ 8 aus „Cinderella“
  • Bolcom: Nocturne aus „Twelve New Etudes“, Buch 2/3
  • Tschaikowsky: „Scène dansante. Invitation au trépak“ op. 72/18 aus „18 Morceaux“
  • Bolcom: „Rag infernal (Synchopes apocalytiques) “ aus „Twelve New Etudes“, Buch 3/2
  • Prokofjew: Sonate für Klavier Nr. 9 C-Dur op. 103
  • Liszt: „Miserere, d’après Palestrina“ („Harmonies poétiques et religieuses“)
  • Liszt: Mephisto-Walzer Nr. 1 „Der Tanz in der Dorfschenke“

Dienstag, 27. April 2027

Prinzregententheater
Tickets ab 44,– €
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Preise (inkl. Vorverkaufsgebühr und MwSt.)
Zzgl. 2,– € Systemgebühr pro Ticket und 4,– € Bearbeitungsgebühr pro Bestellung; diese entfällt bei Print@Home.
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Alexander Malofeev
© Xenie Zasetskaya

Alexander Malofeev

Ein Abend voller Klangfarben

„Es gibt so Abende, da werden die Uhren neu gestellt …“, schrieb Der Standard 2022 über ein Konzert im Wiener Musikverein, bei dem der damals 21-jährige Alexander Malofeev als Einspringer für Aufsehen sorgte. Die Kritik sprach gar von einer „Klavierwelt-Revolution“. Früh als Wunderkind gefeiert, beeindruckt der „Lyriker mit einem Zug zur Schwärmerei“ (Die Presse) nicht nur mit brillanter Technik, sondern zugleich mit Frische und musikalischer Natürlichkeit. 

Seit seinem Sieg beim Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb im Alter von 13 Jahren geht der Pianist unbeirrbar seinen Weg. Doch seit den frühen Triumphen ist viel passiert: die Corona-Pandemie und auch die Tatsache, dass sich Malofeev gezwungen sah, seine russische Heimat 2022 in Richtung Berlin zu verlassen. Doch nichts konnte seinen Aufstieg bremsen – im Gegenteil: Er ist längst auf den großen Konzertpodien der Welt angekommen. Persönlichkeiten wie Daniel Barenboim, einst selbst als Wunderkind gefeiert, zeigen sich von seinem Talent an den Tasten beeindruckt. Im März 2026 erschien Malofeevs Debütalbum „Forgotten Melodies“ bei Sony Classical, das bekannte und weniger beachtete Werke russischer Komponisten vereint, die ihm besonders am Herzen liegen. Bei seinem Klavierabend im Prinzregententheater mit Werken von Couperin, Tschaikowsky, Prokofjew und Liszt präsentiert sich der junge Künstler mit kontrastreichen Miniaturen und dramatischen Hauptwerken voller Energie, Farbigkeit und musikalischer Persönlichkeit.

Bereits als Teenager stand er im Rampenlicht – mittlerweile ist er „ganz oben“ angekommen, denn er begeistert als „Lyriker mit einem Zug zur Schwärmerei“ (Die Presse).

Alexander Malofeev © Xenie Zasetskaya
© Xenie Zasetskaya

Alexander Malofeev über den ersten Programmteil

„Als Ausgangspunkt für dieses Programm habe ich das Genre der Suiten für Tasteninstrumente gewählt, insbesondere die barocke Suite für Tasteninstrumente. Nicht, um sie zu rekonstruieren, sondern weil ich darin eine faszinierende Möglichkeit sah, Musik über Jahrhunderte hinweg zu erleben. Was ich an der barocken Suite am meisten liebe, ist nicht nur die Abfolge einzelner Tänze in einer Tonart, sondern ihre Kernidee: in sich geschlossene Miniaturen, die jeweils einen eigenen Charakter haben und dennoch ein einheitliches künstlerisches Ganzes bilden. Genau so möchte ich meine eigenen Konzerte gestalten.

Keiner der Komponisten in diesem Programm schrieb Suiten im engeren Sinne. Zu Louis Couperins Zeiten war das Genre noch nicht vollständig etabliert. Seine Klavierwerke sind als einzelne Tänze überliefert, nicht als klar definierte, vom Komponisten zusammengestellte Suiten, weshalb Interpreten sie heute oft zu thematischen Sammlungen zusammenfassen. Bei François Couperin vollzieht sich jedoch bereits ein Wandel: Der geregelte Tanz weicht poetischen Miniaturen mit bildhaften Titeln und ausgeprägten Charakteren.

Die Barocksuite kam aus der Mode, doch ihre Gestaltungsprinzipien blieben für mich prägend. Im Laufe der Jahre entdeckte ich immer wieder wunderschöne Klavierminiaturen, die mir wie entfernte Verwandte jener alten Tänze und Szenen vorkamen: kurz, elegant, charaktervoll, jede mit ihrer eigenen Stimme. Oft ertappte ich mich dabei, wie ich sie in Gedanken miteinander verband, als würde ich aus scheinbar zusammenhanglosen Stücken meine eigene Suite zusammenstellen. Genau dort nahm dieses Programm seinen Anfang: aus dieser Neugier heraus und aus dem Wunsch, tiefere Zusammenhänge zu finden.

Einige der Verbindungen in diesem Programm sind offensichtlich. So orientieren sich beispielsweise Prokofjews „Prélude“ und „Allemande“ bewusst an barocken Vorbildern. Andere sind eher intuitiv. In Bolcoms „Nocturne“ höre ich etwas von der Sarabande: dieselbe edle, vertikale Stille, jedoch in die Sprache des 20. Jahrhunderts übertragen. Ebenso wird sein „Rag Infernal“ in meinen Ohren zu einem amerikanischen Nachfahren der Gigue. Prokofjews „Capriccio“ erinnert an den Geist der improvisierten Präludien, wie sie in Louis Couperins „Prélude non mesuré“ zum Ausdruck kommen. Schließlich haben mich Tschaikowskys Klavierminiaturen schon immer als eine unverkennbar russisch-romantische Fortsetzung der französischen Barocktradition beeindruckt. Sie sind schlicht und tief bewegend, im Tanz und Rhythmus verwurzelt und mit der Poesie des Alltags verbunden.

Dies ist keine historisch fundierte Rekonstruktion, sondern meine ganz persönliche Art des Zuhörens, geprägt von musikalischen Assoziationen. Anstatt zusammenhangslose Werke zu präsentieren, habe ich versucht, ein einheitliches Klangerlebnis zu schaffen, in dem der Geist der Barocksuite an unerwarteten Stellen still und leise wieder zum Leben erwacht. Anstatt direkten historischen Einflüssen zu folgen, habe ich versucht, künstlerische Verbindungen zu finden, und lade Sie ein, diesen bei meinem Konzert ebenfalls nachzuspüren.“

Prinzregententheater

Prinzregentenplatz 12
81675 München